Monatsarchiv: Mai 2008

Wächter des goldenen Bieres

Diese vier tapferen Wächter hüten einen besonders wertvollen Schatz: Zweieinviertel Euro-Paletten leckersten Braustolz-Bieres stehen hinter ihnen im Neuen Hörsaalgebäude der TU. Ja, ist denn heut schon Oktoberfest? Anlass war meinen Recherchen nach ein etwa 100-köpfiges Symposium, auf welchem wohl auch zünftig gebechert wurde: Anders lässt sich wohl kaum erklären wie dieser „goldene Schatz“ innerhalb weniger Stunden spurlos verschwinden konnte. Auch die Wächter können sich – welch Wunder – natürlich an nichts erinnern! 🙂

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Mensa-Gourmet: Leckerschmecker durch Woche 21

Griechische Moussaka, Argentinische Rindfleischpfanne, Ukrainische Soljanka – es gibt einige leckere internationale Gerichte diese Woche in der Mensa der TU Chemnitz. Während man die ukrainische Wurstsuppe schon öfter probieren konnte, sind die Gerichte aus Argentinien und Griechenland neu dabei. Leckerschmecker geht es also durch die Woche vom 19. bis 23. Mai 2008:

Montag
Für die Fans der süßen Mehlspeisen gibt es mit Kirschen gefüllte Germknödel und dazu Vanillesoße (Essen 1), eine leckere Kombination auch an trüben Tagen. Spezieller ist in jedem Fall Essen 2: Bratkartoffeln mit gekochten Eiern und Kräuterremoulade sind eine eigenwillige Kombination und schmecken sicher nicht jedem. Essen 3 ist auch nur was für Pilzfans, alle anderen fragen sich: Wo ist das Fleisch zu meinen grauen Champignons? Mein Favorit ist ganz klar Essen 4: Das Schmetterlings-Steak mit Pommes Frites sind trotz der normalerweise nicht besonders krossen Kartoffelstäbchen eine gute Sache. Gourmet-Tipp: Ketchup mitbringen, gibt es nämlich nicht mit dazu!

Dienstag


Panierter Seelachs mit Kartoffelpüree und Dillsauce: Durchaus genießbar!

Feurig gehts mit der Ukrainischen Soljanka los, die Mensakenner schon seit vielen Jahren als treuen Begleiter des Unialltags kennengelernt haben. Mit Baguettebrötchen für 1,30 Euro eine gute Sache. Essen 2 fällt wieder der Pasta-Theke zum Opfer, dafür gibts auf der Drei das altbekannte Seelachsfilet pur oder in Panade. Der Mensa-Gourmet empfiehlt letzteres, hat diese Fischart doch sonst eher wenig Eigengeschmack. Kartoffelpüree und Dillsauce gibts dazu, das reicht eigentlich für den Tagestipp…wenn da nicht das Tomaten-Mozarella-Hähnchenbrustfilet auf Essen 4 wäre. Einige werden die Kombination schon aus der Discounter-Tiefkühltruhe kennen, aber das sollte niemanden abhalten hier zuzuschlagen. Einzig der Bratreis könnte sich als trockene Hürde erweisen, zumal im Plan keine spezielle Soße zum Gericht ausgewiesen ist.

Mittwoch
Letzte Woche hatte ich ja schon meine Vorliebe für die einfachen, ehrlichen Gerichte bekundet. Heute gibt es wieder eins: Linseneintopf mit Wiener Würstchen und Brot. Schmeckt viel besser als die Dosenvariante vom Discounter und macht lecker satt. Als Essen 3 gibt es wieder Gabelspaghetti, deren Erfolg mir bis heute ein Rätsel geblieben ist. Die Nudeln sind praktisch immer viel zu weich, die Bolognese schmeckt nach Fertigprodukt – das kann man doch ohne viel Aufwand zuhause besser hinkriegen! Als Favorit hebt sich die Länder-Spezialpfanne aus Argentinien heraus: Die Kombination aus Rindfleisch und Backkartoffeln klingt vielversprechend, im Zweifelsfall sollte man nach Betrachten der ausgestellten Probegerichte spontan zwischen 1 und 4 entscheiden.

Donnerstag
„Bunter Nudeleintopf mit Geflügelfleisch, Kraftkornbrot“, heißt es auf dem Mensaspeiseplan der TU Chemnitz für diesen Tag. Das Resultat ist meistens lecker, wenngleich die Fleischmenge naturgemäß variiert. Brot kann man sich aber soviel nehmen wie man will – sehr gut! Auf der Drei lockt das Feuerfleisch mit Balkangemüse erlebnishungrige Studenten an. Bzw. solche die auf viel Paprika stehen, denn davon ist meist eine ganze Menge mit verbraten. Um ein neues Mensa-Gericht handelt es sich bei der Moussaka, einem griechischen Fleisch-und-Gemüse-Auflauf, den man wohl am ehesten mit einer Lasagne vergleichen kann. Versprochen wird eine Auberginen-Hackfleisch-Füllung was zweifellos landestypisch ist. Aber mal ehrlich: Etwas besseres als den feuchtsäuerlichen 0815-Weißkrautsalat könnte man dazu schon reichen, oder?

Freitag
Das Ende der Woche bringt drei bzw. vier Standardgerichte an die Theken der Mensa in der Reichenhainer Straße: Ausgerechnet die Kartoffelpuffer mit Apfelmus (Essen 1) gibt es im Speisesaal in der Straße der Nationen (Strana) nämlich nicht. Dafür kommt in beiden Filialen Kartoffeln mit Spinat und Rührei (Essen 2) auf die Teller, ein Essen was mich bisher noch nie begeistern konnte. Auf der Drei gibt es panierten Feta-Käse, wer nach der Moussaka vom Donnerstag also Lust auf griechisches Essen bekommen hat kann hier nachlegen. Die Kombination mit Spiralnudeln (Mensa-Sprache: Spirelli) ist zumindest gewagt. An der Theke Nr. 4 gibt es einen Klassiker, mit dem man nicht viel falsch machen kann: Seelachs mit Frischkäse-Kräuterauflage und Kartoffelpüree. Wer aufgepasst hat erkennt hier – in leicht variierter Kombination – Essen 3 vom Dienstag wieder.

Also dann: Guten Appetit – oder wie die Sachsen sagen: Mahlzeit!

Rote Karten ausverkauft!

Liegt es an der bald startenden Fußball-EM? Oder haben frustrierte Chemnitzerinnen ihren Partnern in der letzten Woche massenhaft die Rote Karte gezeigt und sie vom Spielfeld der Liebe verwiesen? Sei es drum: Die knalligen Roten Karten mit dem idiotensicheren Aufdruck sind ausverkauft. Interessant in jedem Fall dass die auffälligen Schiri-Pappen im Kartenständer unter der Kategorie ‚Beziehung‘ laufen, wie ein Blick auf die umgebenden Exemplare zeigt.

Rechts buhlt eine schmuckvoll-kreative Abschiedskarte um trennungswillige Kunden. Das gebrochene Wellpappe-Herz lässt aber vermutlich nur Bastlerherzen höher schlagen, alle anderen fragen sich: Wer stellt solche Karten her? – Und wer verschickt sie? Anders als bei den Roten Karten sind noch einige da, es bleibt also die Hoffnung dass die roten Pappen doch nur von einer Gruppe verkappter Kommunisten aufgekauft wurde, die damit der kapitalistischen Ausbeutung der Rotfront und ihrer Ideale entgegenwirken wollten.

Vergeblich, wie sich zeigen wird: Nächste Woche werden neue geliefert.

Waschen für Dummies (per Hand)

Da ich in meiner neuen WG leider keine Waschmaschine habe und mein Vorrat an Shirts und Shorts zur Neige ging, habe ich letzte Nacht (2:04 Uhr) spontan beschlossen per Hand zu waschen. Im ersten Bild sieht man auch schon alle Dinge, die man hierfür benötigt: 1. Schmutzige Wäsche (notfalls Mitbewohner fragen, die gucken erst komisch, haben dann aber garantiert ganze Berge irgendwo gebunkert), 2. Waschmittel (flüssig, pulverisiert, perlig, kristallig…); am besten nach Farbe kaufen: Blaues Pulver für blaue Wäsche, Rosa für Rosa, Grün für Grün etc.), 3. Ein Handwaschbecken mit Stöpsel. Schon kanns losgehen!

Schritt 1: Das Waschbecken mit heißem Wasser füllen, etwas Waschmittel in der Deckelkappe abmessen (alternativ Pulver, Perlen oder Kristalle grob schätzen) und schwungvoll hinzugießen. Merke: Doppelt hält besser, aber weniger ist mehr und letztlich schon die halbe Miete! Schaumbildung beobachten und däumchendrehend warten bis das Waschbecken gut gefüllt ist.

Schritt 2: Augen vom Schaum lösen, Daumen entknoten. Dann die Wäsche hinzugeben und kurze Zeit einweichen lassen. Mit den Händen durchkneten als wäre es ein Kuchenteig. Ja ok, dafür nehme ich auch immer einen Handrührer – aber der hat hier im Waschbecken nichts verloren. Unserer hat jedenfalls nach ein paar Minuten zischend den Geist aufgegeben… Zur Ablenkung beim Wäsche walgen am besten mal darüber nachdenken wie man davon ein Foto machen könnte, auf welchem beide Hände zu sehen sind, die Kamera aber dennoch nicht naß wird (siehe Bild).

Schritt 3: Da dachte man es wird nicht mehr anstrengender und dann das: Die Wäsche ist super naß und triefig!! Mit vertikal-verschränkten Drehbewegungen (Mathematiker-Mitbewohner kennt den richtigen Winkel) versuchen möglichst viel Wasser aus Shirts und Shorts herauszuwringen. Zu Zweit kann man daraus sogar einen Wettbewerb machen – wer schafft mehr Flüssigkeit? Leider haben alle Mitbewohner immer ganz zufällig noch dringend was zu erledigen, wenn man ihnen eine Wasch-Olympiade vorschlägt.

Schritt 4 (für Fortgeschrittene): Die feuchten Kleidungsstücke nach dem ersten Auswringen erneut mit kaltem Wasser nachspülen damit keine Seifenreste und gelösten Schmutzpartikel (die Fleckenzwerge und der Gilb lauern einfach überall) zurückbleiben. Anschließend Schritt 3 wiederholen.

Schritt 5: Um das Werk stolz den Nachbar-WGs zu zeigen, hängt man die Wäsche kreuz und quer auf dem Balkon auf. Merke: Krumpelige Wäsche trocknet lieber! Wenn kein Balkon zur Verfügung steht das Waschgut alternativ einfach an der Fensterbank festknoten. Dort solange hängen lassen bis Wind und Wetter alles durchgetrocknet haben. Fertig…puuh!

Mensa-Gourmet: Vorschau auf Woche 20

Wer regelmäßig in die Mensa der TU Chemnitz essen geht, kennt spätestens nach zwei Semestern praktisch alle Gerichte. Mit Beginn des Hauptstudiums kennt man die Stärken und Schwächen jeder Menükombo, man wird unversehends zum echten Mensa-Gourmet. Neben dem Geschmack spielt bei der Bewertung hier auch das Preis-Leistungsverhältnis eine Rolle. An welchen Tagen lohnt der heiße Schmaus in der Mittagspause besonders? Welche Gerichte sind echte Klassiker? Lest es jetzt in der Vorschau auf die kommende Woche:

Montag, 12. Mai
Die Mensa hat wegen dem Feiertag heute leider geschlossen 😦
Deshalb gibt es an den Folgetagen vermutlich auch nur je drei Gerichte zur Wahl. Mit etwas Glück haben Salat- und Pastabar aber auch noch offen.

Dienstag, 13. Mai
Essen 1: Eierkuchen mit Apfelmus und Zucker – 1,30 Euro
Ein echter Mensa-Klassiker, den jeder früher oder später mal probiert. Die Eierkuchen sind eher weich in der Konsistenz, das Apfelmus reicht meistens nicht bis zum letzten Exemplar. Macht auch nur vorübergehend satt, liegt dafür aber nicht schwer im Magen.


Ein Kommilitone hatte die Eierkuchen mit Apfelmus: Den Zucker konnte man selbst dosieren.

Essen 3: Kohlroulade mit Schwarzbier-Kümmelsauce, Petersilienkartoffeln, Erdbeerquark – 1,70 Euro
Studenten stehen ja per se allen Gerichten mit der Zutat ‚Bier‘ schonmal durchaus aufgeschlossen gegenüber. Zusammen mit den Kartoffeln ergibt sich ein hoher Nährwert, der nur durch das Gratisdessert Erdbeerquark (im stilvollen Schälchen?) noch getoppt wird. Einzig die Abwesenheit von Fleisch könnte das Gericht von der Position des Tageslieblings noch verdrängen.


Wie ihr seht habe ich die Kohlroulade probiert: Fleischfüllung lecker, Biersoße ziemlich dünn, Kartoffeln siehe Bild

Essen 4: Tortelloni mit Spinat-Käse-Füllung, Tomaten-Zucchini-Sauce – 2,00 Euro
Achtung Preisfalle! Für das Basic-Fertiggericht wird heute ein unverhältnismäßig hoher Preis verlangt. Die 0815-Tortelloni gibts auch beim Discounter (z.B. Plus an der Bernsdorfer Straße), da kann man sich das Gericht auch schnell und günstig zuhause nachkochen: Die Mitbewohner werden Schlange stehen!

Mittwoch, 14. Mai
Essen 1: Feuriger Chili-con-Carne-Topf mit Brötchen – 1,30 Euro
Immer wieder lecker und gut, auch wenn das Gericht so ziemlich jeden Monat irgendwann auf der Speisekarte steht. Für den Preis absolut unschlagbar!

Essen 3: Pökelbraten mit Wachsbohnen und Hefeknödeln – 1,70 Euro
Herzhaft und geschmacklich abwechslungsreich präsentiert sich dieser heiße Teller: Ist mit Fleisch, Gemüse und den sättigenden Hefeknödeln ja auch alles mit dabei für einen zünftigen Mittagsschmaus. Aber Achtung: Nicht alles in der Bratensauce ertrinken lassen!

Essen 4: Gebratene oder gedünstete Forelle mit Zitrone, dazu Mandelbutter, Apfelrotkraut und Petersilienkartoffeln – 2,00 Euro
Mein absoluter Gourmet-Favorit an diesem Mittwoch! Die Forelle in der Mensa ist immer richtig lecker, dazu werden wir mit gebratenen Mandelscheiben und Apfelrotkraut verwöhnt. Und das alles für einen Preis für welchen man an der Dönerbude nicht mal das Fladenbrot kriegt. Top!

Donnerstag, 15. Mai
Essen 1: Hefeklöße mit Vanillesauce und Sauerkirschen – 1,30 Euro
Einer der süßen Klassiker der Mensaküche für alle Naschmäuler. Wer viel Hunger hat sollte sich aber besser gleich zwei Teller holen…

Essen 3: Roster mit Kartoffeln, dazu Sauerkraut mit Speck – 1,70 Euro
Als quasi sächsisches Nationalgericht kommt die Rostbratwurst (sächsisch: Roster) auf die Mensateller. Ist Geschmackssache, sollte man aber mal probieren wenn man es noch nicht kennt.

Essen 4: Schweinesteak nach Gyros Art, Pommes Frites oder Risotto, dazu Zaziki und Weißkraut-Tomatensalat
Und noch ein Imbiss-Gericht: ‚Nach Gyros-Art‘ heißt in der Mensasprache meines Wissens dass da Zwiebelscheiben auf dem Fleisch draufliegen und alles verdecken. ‚Risotto‘ ist einfach ein gekochter, meist etwas trockener Reis – hat also trotz der Namensgleichheit nichts mit dem italienischen Risotto zu tun, für welchen Rundkornreis verwendet wird. Nachteil bei den Pommes: Es gibt keinen Ketchup dazu und nur mit Zaziki-Quark sind sie…nunja…eher speziell.

Freitag, 16. Mai
Essen 1: Kesselgulasch mit Brötchen – 1,30 Euro
Nachdem ich lange Zeit ja vor allem Essen 3 und 4 gegessen habe, gefällt mir das Essen aus der Einsteigerklasse 1 in letzter Zeit richtig gut: Einfache, ehrliche Gerichte für den Studentenhunger nach den Vormittagsvorlesungen. Das Kesselgulasch ist dafür ein gutes Beispiel.

Essen 2: Frikadelle mit Käse überbacken, Kartoffelsalat mit frischen Kräutern, Bohnen-Gurken-Salat – 1,50 Euro
Dieses Gericht entstammt einer etwas seltsamen (möglicherweise regionalen?) Küchentradition, derzufolge man alle möglichen Sachen noch mit Käse überbäckt, um sie so zu ‚veredeln‘. Geschmacklich wird das meistens nichts, da kann auch der Kartoffelsalat nicht mehr viel retten.

Essen 3: Hähnchenschnitte Diana (mit Frischkäse gefüllt), Zitrone, Buttermöhren und Kartoffeln – 1,70 Euro
Es ist immer wieder schön wenn Seelachsfilets und Hähnchenschnitten Eigennamen tragen. In diesem Fall muss Jagdgöttin Diana für eine ganz passable Cordon-Bleu-Variante mit Kräuterkäsefüllung Pate stehen. Schön wäre eine Kombination mit dem Reis aus Essen 4 gewesen.

Essen 4: Schweinegeschnetzeltes Zürcher Art, Buttererbsen, Backkroketten und Kräuterreis – 2,00 Euro
Das ‚Zürcher‘ ist ebenfalls eine schöne Konstante in der TU-Mensa: Immer wenn einem garnichts anderes munden will, steht es wie beiläufig auch noch auf der Speisekarte. Ist meistens lecker und Gemüse gibt es auch noch dazu. Das ‚und‘ zwischen den Kroketten und dem Kräuterreis könnte sich vor Ort auch als ‚oder‘ herausstellen, denn Erbsen, Kartoffelfritiertes und Reis könnte fast schon zu viel des Guten sein. Auch an einem gemächlichen Freitag…

Nächste Woche gehts weiter mit den Mensa-Gourmet-Bewertungen. Außerdem versuche ich ein paar Fotos von den Gerichten dieser Woche aufzutreiben. Bis dahin: Lasst es euch schmecken!

Ausflug zur Burg Scharfenstein

„Schroffenstein, Schraffenstein, Scharfenstein?“, einige hatten Probleme sich den richtigen Namen der Burg zu merken. Würden ja auch alle ganz gut passen, denn wie es sich für eine solche mittelalterliche Wehranlage gehört befindet sich die Burg Scharfenstein auf einem Felsen. Der Aufstieg dauerte dann aber doch nur etwa zehn Minuten, und dass vor allem weil meine Schwester zwischendurch nochmal ihre Schuhe gewechselt hat. Oben gibt es ein paar kleine Museen zur Burggeschichte und zum erzgebirgischen Helden Karl Stülpner. Dieser galt im Volksmund als verwegener Wilderer und zugleich Beschützer der Armen – eine Art sächsischer Robin Hood also. Bekannt wurde er vor allem durch Groschenromane, die im 19. Jahrhundert von seinen Abenteuern berichteten. In der Ausstellung kann man einige dieser Frühwerke der Trivialliteratur bewundern, sich Auszüge daraus über Kopfhörer anhören oder Manfred Krug in der Fernsehrolle als Stülpner betrachten.

Hoch ragt im Burghof der Bergfried (habe gerade gelernt dass es nicht Burgfried heißt) über Scharfenstein hinaus. Für einen Euro darf man das Drehkreuz passieren und über bestimmt hundert Stufen nach oben klettern. Die Aussicht entschädigt – bei schönem Wetter – für die Anstrengung:

Wieder unten sind wir dann die Straße die hier von rechts nach links diagonal durch das Bild läuft (könnt ihr ja suchen wenn ihr den Artikel fertig gelesen habt) zu Ende gelaufen und haben an einem kleinen Rastplatz gepicknickt. Nudelsalat nach hausgemachter Art und dazu Würstchen. Lecker! Frisch gestärkt sind wir dann spontan nach Zschopau gewandert. Der Ort ist etwa 4,5 Kilometer entfernt und man kommt über ausgeschilderte Wanderwege (weiß-gelb-weiße und weiß-rot-weiße Streifen) und Forststraßen ganz gut hin. Es beschleunigt solche Touren natürlich im Allgemeinen wenn am Ende des Weges ein Eis als Belohnung winkt!

Auch in Zschopau, welches einige der Mitreisenden konsequent mit dem sachsen-anhaltinischen Schkopau (bekannt für Plaste und Elaste) verwechselten, gab es eine schöne Burg mit Garten und Burg…äh…Bergfried. Die Sonnenuhr geht sogar fast ganz richtig, es war kurz vor Vier:

In dem Eiscafé am Marktplatz (Stichwort: Belohnung!) waren so gut wie keine Gäste, was vermutlich daran lag dass der Eingang völlig versteckt hinter zwei Türen mit kryptischen Anweisungen lag, die wohl die Aufgabe hatten den Restaurant- vom Cafébereich zu trennen. So wurden aber vor allem Besucher vom Eiskonsum getrennt. Die Tüten waren ziemlich lecker, haben wir aber nicht fotografiert – also ich zumindest nicht, vielleicht hat meine Schwester aber doch welche gemacht. Sie wird in ihrem Blog (missxyz.de) sicher auch noch über unseren Auflug schreiben, evtl. ist da ja mehr von Joghurt-Kirsch und Erdbeereis zu sehen…

Nach Zschopau und Scharfenstein kommt man übrigens ziemlich schnell (30 Minuten) und relativ günstig (Gruppenkarte bis fünf Personen für 18 Euro) mit der Erzgebirgsbahn. Frühes Einsteigen im Chemnitzer Hauptbahnhof sichert einem die Panoramaplätze in der Mitte des Zuges, von welchen man die abwechslungsreiche Landschaft besonders gut genießen kann. Ein Ausflug der sich lohnt, trotz Pfingstsonntag war wenig los auf den Wanderwegen…einer anderen Gruppe sind wir dafür gleich dreimal begegnet, die dachten vermutlich schon wir verfolgen sie!

Nachtrag: Meine Schwester hat jetzt den ersten Teil ihres Reiseberichts veröffentlicht, es geht wie versprochen auch um die Festung Scharfenstein.

Hallo bei Studieren in Chemnitz

Dieses Blog im Tagebuchstil berichtet von meinem Studium an der Technischen Universität Chemnitz. Darüber hinaus geht es aber auch um Chemnitz und Sachsen an sich. Wie ist das Leben als Fremder unter lauter Sachsen? Ist Chemnitz wirklich so unschön wie gerne behauptet wird? Diese und andere nebensächliche Fragen werden hier beantwortet.

Also dann: Viel Spaß!
Lukas