Ausflug zur Burg Scharfenstein

„Schroffenstein, Schraffenstein, Scharfenstein?“, einige hatten Probleme sich den richtigen Namen der Burg zu merken. Würden ja auch alle ganz gut passen, denn wie es sich für eine solche mittelalterliche Wehranlage gehört befindet sich die Burg Scharfenstein auf einem Felsen. Der Aufstieg dauerte dann aber doch nur etwa zehn Minuten, und dass vor allem weil meine Schwester zwischendurch nochmal ihre Schuhe gewechselt hat. Oben gibt es ein paar kleine Museen zur Burggeschichte und zum erzgebirgischen Helden Karl Stülpner. Dieser galt im Volksmund als verwegener Wilderer und zugleich Beschützer der Armen – eine Art sächsischer Robin Hood also. Bekannt wurde er vor allem durch Groschenromane, die im 19. Jahrhundert von seinen Abenteuern berichteten. In der Ausstellung kann man einige dieser Frühwerke der Trivialliteratur bewundern, sich Auszüge daraus über Kopfhörer anhören oder Manfred Krug in der Fernsehrolle als Stülpner betrachten.

Hoch ragt im Burghof der Bergfried (habe gerade gelernt dass es nicht Burgfried heißt) über Scharfenstein hinaus. Für einen Euro darf man das Drehkreuz passieren und über bestimmt hundert Stufen nach oben klettern. Die Aussicht entschädigt – bei schönem Wetter – für die Anstrengung:

Wieder unten sind wir dann die Straße die hier von rechts nach links diagonal durch das Bild läuft (könnt ihr ja suchen wenn ihr den Artikel fertig gelesen habt) zu Ende gelaufen und haben an einem kleinen Rastplatz gepicknickt. Nudelsalat nach hausgemachter Art und dazu Würstchen. Lecker! Frisch gestärkt sind wir dann spontan nach Zschopau gewandert. Der Ort ist etwa 4,5 Kilometer entfernt und man kommt über ausgeschilderte Wanderwege (weiß-gelb-weiße und weiß-rot-weiße Streifen) und Forststraßen ganz gut hin. Es beschleunigt solche Touren natürlich im Allgemeinen wenn am Ende des Weges ein Eis als Belohnung winkt!

Auch in Zschopau, welches einige der Mitreisenden konsequent mit dem sachsen-anhaltinischen Schkopau (bekannt für Plaste und Elaste) verwechselten, gab es eine schöne Burg mit Garten und Burg…äh…Bergfried. Die Sonnenuhr geht sogar fast ganz richtig, es war kurz vor Vier:

In dem Eiscafé am Marktplatz (Stichwort: Belohnung!) waren so gut wie keine Gäste, was vermutlich daran lag dass der Eingang völlig versteckt hinter zwei Türen mit kryptischen Anweisungen lag, die wohl die Aufgabe hatten den Restaurant- vom Cafébereich zu trennen. So wurden aber vor allem Besucher vom Eiskonsum getrennt. Die Tüten waren ziemlich lecker, haben wir aber nicht fotografiert – also ich zumindest nicht, vielleicht hat meine Schwester aber doch welche gemacht. Sie wird in ihrem Blog (missxyz.de) sicher auch noch über unseren Auflug schreiben, evtl. ist da ja mehr von Joghurt-Kirsch und Erdbeereis zu sehen…

Nach Zschopau und Scharfenstein kommt man übrigens ziemlich schnell (30 Minuten) und relativ günstig (Gruppenkarte bis fünf Personen für 18 Euro) mit der Erzgebirgsbahn. Frühes Einsteigen im Chemnitzer Hauptbahnhof sichert einem die Panoramaplätze in der Mitte des Zuges, von welchen man die abwechslungsreiche Landschaft besonders gut genießen kann. Ein Ausflug der sich lohnt, trotz Pfingstsonntag war wenig los auf den Wanderwegen…einer anderen Gruppe sind wir dafür gleich dreimal begegnet, die dachten vermutlich schon wir verfolgen sie!

Nachtrag: Meine Schwester hat jetzt den ersten Teil ihres Reiseberichts veröffentlicht, es geht wie versprochen auch um die Festung Scharfenstein.

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4 Antworten zu “Ausflug zur Burg Scharfenstein

  1. Hallo,

    toller Bericht. Habe auch schon einen Eintrag online gestellt. Vom Eis habe ich allerdings leider auch keine Fotos.

    Gruß,
    Deborah

  2. ich finde das chemnitz eine sehr schöne stadt ist. ich kann nur jedem empfehlen chemnitz,scharfenstein und dem erzgebirge unbedingt einen besuch abzustatten. eine reise dorthin lohnt sich immer.

  3. Danke für diesen tollen Bericht über ein lohnendes Ausflugsziel in Chemnitz !

  4. Ich habe von 1976 bis 1979 auf Burg Scharfenstein gelebt und hatte also 365 Tage im Jahr den anstrengenden Aufstieg vom am Fuße des Burgberg liegenden ehemaligen VEB DKK Scharfenstein hinauf zur Burg Scharfenstein,die übrigens in ihrer langen Geschichte immer bewohnt war, hatte aber auch 365 Tage im Jahr den herrlichen Blick über den Ort Scharfenstein und das Erzgebirge.

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