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Plakat-Kritik: Zwei Bälle für die FDP

Kritiken zu den Plakaten der großen Parteien haben aktuell mal wieder Hochkonjunktur. Kein Wunder: In Chemnitz wird Anfang Juni der Stadtrat gewählt, am gleichen Tag ist auch noch Europawahl (beide 7. Juni) und am 27. September schließlich Bundestagswahl. Zeit also sich einige der Werbeplakate  am Straßenrand etwas genauer anzuschauen. Den Anfang macht heute die FDP, ganz einfach weil mir das Poster auf dem Weg zur Uni besonders ins Auge gesprungen ist.

FDP-Wahlplakat in Chemnitz Bernsdorf

Eine hübsche unbekannte Schönheit im karibikblauen Top lächelt mich da an. Sie ist offensichtlich überaus sportlich (Volleyball und Basketball) und zugleich multitaskingfähig (zwei Ballsportarten gleichzeitig). Leider scheint aber keiner mit ihr spielen zu wollen – außer ihr ist die Sporthalle gähnend leer. Eine weitere Interpretation drängt sich geradezu auf: Deuten die Bälle vielleicht auf eine drängende Entscheidung hin? Es erscheint ja wenig sinnvoll, Basketball und Volleyball gleichzeitig spielen zu wollen – ständig würde man gegen das Mittelnetz laufen oder mit dem falschen Ball einen Korb werfen. Diese These gewinnt an Glaubwürdigkeit, wenn man sich die Farben der Bälle einmal genauer anschaut. Den rot-braunen Basketball (Koalition zwischen SPD und NPD?) hält die blonde FDP-Fee absichtlich niedriger, den blau-gelben Ball (Farben der Liberalen) offeriert sie hingegen in der offenen Hand. Es kann also trotz Wahlmöglichkeit in ihrem Spiel eigentlich nur eine Option geben: Volleyball mit Miss FDP! Unter dem diagonal angeschnittenen Foto prangt der Slogan der Partei: Vereine fördern. Ein regionales und zudem relativ konkretes Ziel. Jeder würde da doch zustimmen! Die Webadresse www.fdp-2009.de deutet zunächst auf eine allgemeine deutschlandweite Kampagnenseite, gehört tatsächlich aber der FDP Chemnitz. Ganz oben stehen so spannende News wie „FDP regt erneut Abdruck des Formulars auf Widerspruch zur Datenweitergabe im Amtsblatt an“ – an der Griffigkeit ihrer Formulierungen müssen die Liberalen noch arbeiten. Wenn die FDP-Fee nämlich genauso geschwollen spricht wie der Pressesprecher, dann weiß ich schon warum niemand mit ihr spielen will.