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Lieber ClubFX,

Fuchsbau in Chemnitz macht keine 1-Euro-Parties mehr

was muss ich da lesen! Bei euch wurde in letzter Zeit wohl ziemlich wild gefeiert. Aus eurer Sicht sogar etwas zu wild. Mit oben stehendem Banner kündigt ihr jedenfalls ein Ende der so genannten 99-Cent-Parties an. Es ist ja auch überaus unschön was betrunkene Gäste so alles anrichten: Sie reißen eure Kellerdeko ab, pinkeln in Becher, verstopfen Toiletten mit ihrer Kotze und übergeben sich sogar in Hauseingänge oder Hecken! Eklig! Und nicht zuletzt lassen diese Rüpel auch noch ihre Flaschen überall liegen! Fast könnte man ja Mitleid mit euch „Kellerkindern“ (Eigenbezeichnung ClubFX) kriegen. Denn es sind ja offensichtlich die hackestramm-pöbelnden Gäste schuld daran, dass aus euren „galaktischen Partys“ eine üble Absturznacht wird.

Ein bisschen frage ich mich aber schon, liebe FXler, ob ihr angesichts eures wunderschönen Mottos „Back to Brain“ mal auf die Idee gekommen seid, hinter eurer Theke nach der Ursache zu suchen. Denn nicht zuletzt schenkt ihr doch raue Mengen Alkohol für weniger als einen Euro aus. Die „galaktische Party“ bringt euch auch nur galaktische Einnahmen, wenn jeder Gast mehr als einen Drink zu sich nimmt. Man kann sich für weniger als 10 Euro an so einem Abend richtig blau saufen! Und wer will es den jungen Gästen (insbesondere denen mit kleinem Geldbeutel) verdenken, dass sie dieses Saufschnäppchen wahrnehmen? „Einmal trinken soviel man will“, so lautet die Verheißung der Fast-Flatrate-Party. Bei manchen Gästen mit den beschriebenen Folgen. Mal ehrlich ClubFXler, ihr wollt einen möglichst hohen Umsatz über Masse statt Klasse und zugleich ordentliche-leicht-betrunkene-nicht-kotzende-und-randalierende Gäste? Beides zusammen – Trichterlogo hin, Alkohol in der Birne her – gibt es aber nicht für 99 Cent. War aber eigentlich auch schon vorher klar.

Dank geht an Benni für den Hinweis auf die Story

Automaten auf dem Rückzug

Automaten auf dem Rückzug (Coffeebar der TU Chemnitz)

Die Pressestelle der TU Chemnitz feiert sie als das neue Highlight, der eigens engagierte Tester trinkt vor Begeisterung gleich sechs Tassen und weiß dann auch nicht mehr, was er noch schreiben soll: Es geht um die frisch eröffnete Coffee-Bar im Neuen Hörsaalgebäude (NHG). Sie soll die Studenten mit Kaffee versorgen und gleichzeitig natürlich auch etwas Geld einbringen.

Und doch ist die Eröffnung des Heißgetränke-Tresens kein so heiterer Anlass, wie gemein hin suggeriert wird. Sie begann nämlich mit einem Abschied: Die Automaten, die an dieser Stelle sonst rund um die Uhr Kaffee kochten oder nach einer langweiligen Vorlesung mit einer heißen Gemüsebrühe aufwarteten, gibt es nicht mehr. Der Kakaostützpunkt (KSP) ist tot. Stattdessen: Kaffeehaltige Heißgetränke nach Latté Macchiato-Art im Pappbecher. Der Pressestellen-Tester jubiliert etwas von „studentenfreundlichen Einsfünfunddreißig“ – „So viel?“, frage ich mich, denn der Automat lieferte eine ähnliche Brühe unter der magischen Ein-Euro-Grenze. Mit der Abkehr von der Automatenkultur vollzieht sich ein grundlegender Wandel: Die Hülle zählt, nicht der Inhalt. Es ist natürlich die gleiche Cola, das gleiche Mineralwasser, es sind die gleichen Schokoriegel, die vorher wie von Geisterhand durch Metallröhren rutschten um ihrer Bestimmung – dem Genuss – entgegenzurutschen. Aber eine „Coffee- und Snackbar“ genannte Theke mit hübschem Verkaufspersonal macht eben mehr her, belebt das Geschäft. Der Automat guckt in die Röhre und wenn er grummeln oder weinen könnte, dann würde er es vermutlich tun. Aber er sagt garnichts, er blinkt nur stumm ergeben vor sich hin – wartend, dass jemand den Stecker zieht.

Mit Kneipenkarte durch Chemnitz

Kneipenkarte für Chemnitz

Eigentlich bin ich ja kein Fan davon, hier Gratis-PR für irgendwelche Kneipen und Cafés  zu machen, wie andere Chemnitz-Blogs es ja gerne und ausführlich tun. Aber in diesem Fall war es eine ganz vorzügliche Idee, die mich überzeugt hat: Nils Gemeinhardt, Hobby-Fotograf und Student des kompliziert klingenden Fachs Computational Science, hat eine Karte der Chemnitzer Innenstadt mit allen Kneipen, Bars und Cafés entworfen und ins Internet gestellt. Ich wusste zwar, dass Chemnitz mit einer hohen Kneipendichte wirbt (angeblich soll es 666 Gaststätten geben – vermutlich wurde jede Döner-Asia-Bude und jeder trübe Landgasthof im Umland mitgezählt), aber nicht dass es doch so viele verschiedene Etablissements in der Innenstadt gibt. Eigentlich erstaunlich dass sich das Phänomen des Pub-Crawlings noch nicht bis nach Chemnitz durchgeschlagen hat, immerhin muss man nicht weit laufen um vom Franziskaner Viertel in den City Pub und von dort weiter ins Café Moskau zu gelangen – mit steigendem Alkoholpegel versteht sich. Was der Karte definitiv noch fehlt, sind aktuelle Bierpreise. Im Moment befinden sich Möchtegern-Schickimicki-Läden wie das DON in der Liste ja direkt neben günstigen Trinkhallen wie dem Turmbrauhaus – das kann ganz schön auf den Geldbeutel gehen. Eines weiß ich in jedem Fall schon jetzt: Wenn ich das nächste Mal nach Feierabend gemütlich ein Bier trinken gehe, dann probiere ich sicher mal einen neuen Pub aus.  Falls ihr das auch tun wollt, die Kneipenkarte von Nils findet ihr hier zum Downloaden und Ausdrucken.

Biereis am Stiel

Gestern abend schnell noch eine Flasche Braustolz ins Gefrierfach gelegt damit sie schneller kalt wird. Dann doch kein Bier mehr getrunken. Schwups schon ist es passiert: Die Flasche ist über Nacht eingefroren und durch den Druck von innen zerplatzt. Am Morgen gab es dann lecker Biereis. Habe mit einem kleinen Löffel gleich mal probiert und muss sagen: Ist besser als sein Ruf! Das Frozen Braustolz hat seine Spritzigkeit bewahrt, gleichzeitig kommt der herbe Geschmack gut zum Tragen.

Ich warte jetzt jede Minute auf einen Anruf von Langnese oder Schöller, die das ganze als Biereis am Stiel groß rausbringen möchten. Vielleicht auch in der süßen Variante mit den ganzen Biermischgetränken als Grundlage. Man denke da an Becks-Lemon am Stiel oder Cab-Dragonfruit-Sorbet. An heißen Sommertagen sicher ein Hit! Meine Mitbewohnerin hat das unfreiwillige Eis-Experiment übrigens kurzerhand entsorgt. An der Akzeptanz von gefrorenen Braugetränken ist in diesem Sinne noch zu arbeiten.

Wächter des goldenen Bieres

Diese vier tapferen Wächter hüten einen besonders wertvollen Schatz: Zweieinviertel Euro-Paletten leckersten Braustolz-Bieres stehen hinter ihnen im Neuen Hörsaalgebäude der TU. Ja, ist denn heut schon Oktoberfest? Anlass war meinen Recherchen nach ein etwa 100-köpfiges Symposium, auf welchem wohl auch zünftig gebechert wurde: Anders lässt sich wohl kaum erklären wie dieser „goldene Schatz“ innerhalb weniger Stunden spurlos verschwinden konnte. Auch die Wächter können sich – welch Wunder – natürlich an nichts erinnern! 🙂