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Werde Campus-Depp der TU Chemnitz!

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Habt ihr auch alle dieses heiße Job-Angebot gelesen? Das Studivz und die TU Chemnitz suchen einen Campus-Deppen, der die Universität in einer Schülervz-Gruppe vertritt! Natürlich nennen sie es nicht Campus-Depp sondern „Campus-Spezialist“, was auch gleich viel besser klingt. Die Studierenden zwischen 18 und 21 Jahren, so schreibt Pressesprecher Mario Steinebach, sollen ihre „Erfahrungen zum Studium und Leben an ihrer Uni und in ihrer Stadt an potenzielle Erstsemester“ weitergeben. Die Campus-Spezialisten sollen sich aber nicht nur austauschen, sondern auch „Entscheidungshilfen geben“, zum Studentenleben „informieren und beraten“ und bei schwierigen Fragen den richtigen Ansprechpartner an der Uni vermitteln. Klingt für mich nach einer ziemlich verantwortungsvollen Aufgabe. Die doch wohl hoffentlich auch angemessen entlohnt wird. Oder?

Am Fuß der Seite findet sich hierzu dieser schöne Satz: „Das Engagement wird nicht vergütet, jedoch erhalten alle Campus-Spezialisten Referenzen der beteiligten Unternehmen. Besonders engagierte Studierende haben die Chance, ein Praktikum bei Scholz & Friends, Aperto oder studiVZ zu absolvieren.“

Ist ja unglaublich: Man kriegt nicht nur ein Arbeitszeugnis, sondern hat die Ehre, aber nur wenn man sich richtig reinhängt, sogar noch ein Praktikum bei einer der drei ähm deutschen Vorzeige-Firmen zu machen – und ja, lasst mich raten, das ist dann sicher auch unbezahlt.

Noch beschämender als die Tatsache dass das VZ und eine Vorzeige-Werbeagentur wie Scholz & Friends die Campus-Spezialisten für ihre Tätigkeit nicht mal im Rahmen eines Studentenjobs bezahlen möchten finde ich nur, wie gutgläubig die TU-Pressestelle hierbei mitspielt und das Stellenangebot auf der Startseite der Universität anpreist. Frei nach dem Motto: Ein Dummer findet sich immer, der die Arbeit auch für umsonst macht und sich dabei noch einbildet Standortförderung zu betreiben. Interessierte Deppen können sich übrigens im Büro des Rektors melden, die Schlange wird hoffentlich nicht allzu lang sein.

Edit (09. April 2009): Ich habe eine Debatte über eine Entlohnung der „Campus-Spezialisten“ auf der Seite von Studieren in Fernost losgetreten. Wen der weitere Verlauf interessiert, kann ihn hier nachverfolgen.

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