Monatsarchiv: Juli 2008

Sommer, Sonne, Blogurlaub

Seit zehn Tagen kein Eintrag mehr im Chemnitzblog! Was ist da denn los? Bevor jetzt einige vermuten, dass ich wegen der zahlreichen Chemnitzer Ferienfreizeitangebote einfach garnicht mehr zum schreiben komme, lüfte ich lieber das Geheimnis: Ich verbringe die meiste Zeit des Sommers in Berlin und mache ein Praktikum. Da bleibt natürlich wenig Zeit um überhaupt zu bloggen und dann ist es natürlich auch nicht so sinnvoll von der Hauptstadt aus über Chemnitz zu bloggen.

In diesem Sinne hören wir uns wohl erst im Oktober wieder!
Bis dann
Lukas

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Chemnitzblog – Der RSS-Feed

Normalerweise halte ich mich im Chemnitzblog ja nicht mit technischen Einzelheiten des Bloggens auf: Ich brauche kein technisches Geflummsel in der Seitenleiste, keine verpixelten Youtube-Videos und keine Werbung die von irgendeiner Seite ins Bild swoosht und den Blick auf das Blog versperrt. Aber so ein RSS-Feed (Really Simple Syndication) hat ja eigentlich auch was urgemütliches: Man speichert ihn in der Lesezeichenleiste ab und kann dann mit einem einfachen Klick schnell nachschauen ob es was Neues gibt. Wenn ja, dann klickt man den Link einfach an und kommt direkt auf die Seite mit dem Beitrag. Profis machen das Ganze mit einem Feedreader, der so ähnlich wie ein Emailprogramm funktioniert und sogar Bilder und Audiodateien anzeigt. Angeblich steckt im RSS-Feed ja die Zukunft, aber bei sowas muss man immer vorsichtig sein. Zumindest ist das Logo schonmal sehr schick und einprägsam. Ich bin sicher ihr findet es in der Adressleiste eures Browsers (oder im Internet Explorer ein Stück tiefer) gleich wieder. Auf geht’s: Abonniert euch den Chemnitzblog RSS-Feed! 🙂

Für alle die noch am Suchen sind oder gerade keine Lust zum Suchen haben hier der direkte Link: https://chemnitzblog.wordpress.com/feed/

Radiobeitrag: Burg Hoheneck in Stollberg

Neben diesem Blog bin ich ja seit einiger Zeit auch in der Beitragsredaktion vom studentischen Radio UNiCC (spricht sich wie: Radio Unique) aktiv und recherchiere Themen, fange O-Töne ein und schneide daraus dann drei- bis vierminütige Beiträge die im Großraum Chemnitz auf 102,7 UKW durch den Äther fliegen. Allerdings jeweils nur ein einziges Mal – denn Radiohörer mögen keine Wiederholungen, zumindest was die Beiträge angeht. Und weil es eigentlich viel zu schade ist, die entstandenen Reportagen, Kommentare und Interviews einfach auf dem finsteren Ende einer externen Festplatte einzumotten, werde ich hier in loser Folge einige präsentieren.

Gleich zu Beginn geht es um ein ehemaliges DDR-Frauengefängnis welches damals weithin gefürchtet war: Burg Hoheneck in Stollberg.  Das Gebäude hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich: Im Mittelalter (13. Jhd) erbaut, geht die Burg durch viele Hände, ehe sie 1860 nach dem dreißigjährigen Krieg vollständig abgerissen wird. Der Freistaat Sachsen baute daraufhin ein Frauengefängnis an gleicher Stelle. Im Dritten Reich waren hier vor allem junge Männer untergebracht, die sich kritisch über das NS-Regime geäußert hatten. Nach dem Ende des Krieges fiel das Gefängnis in die Hände der sowjetischen Besatzer – Burg Hoheneck wurde wieder Frauengefängnis.

Bekannt ist die Burg durch die Geschichte einer sechzehnjährigen Schülerin geworden, die mit ihrem Lippenstift ein paar Schleifchen an den Bart eines Lenin-Portraits gemalt hatte. Die drakonische Strafe: Mehrfach lebenslänglich. Auch Folter war auf Burg Hoheneck keine Seltenheit, die speziell ausgestatteten Kammern kann man noch heute besichtigen. Neben Zellen für Isolations- und Dunkelhaft gab es auch eine so genannte „Wasserzelle“. Was es damit auf sich hat und warum das Gefängnis heute nur noch Filmkulisse ist, das erfahrt ihr im Beitrag:

Der Flashplayer von WordPress funktioniert momentan wohl nur im Internet Explorer. Aber hier gibt es auch einen direkten Link zu der Datei: Ausflugstipp Burg Hoheneck in Stollberg

Wanderung durchs Zschopautal

Im Umland von Chemnitz kann man ja ganz vorzüglich wandern: Die kleinen Orte liegen vergleichsweise dicht beieinander und die Landschaft im Vorland des Erzgebirges ist abwechslungsreich und überaus schön. Und so gibt selbst der Verkehrsverbund Mittelsachsen eine eigene Wanderbroschüre mit Routenvorschlägen heraus. Wir haben uns spontan für die Tour von Mittweida nach Kriebstein entschieden. Los geht es auf dem Marktplatz des verschlafenen Städtchens (20 Minuten mit der Regionalbahn von Chemnitz entfernt) . Obwohl Samstag ist, haben die meisten Geschäfte um die Mittagszeit schon zu. Die Beschreibung des VMS-Faltblattes ging vom Busbahnhof aus und auch die Google-Navigation auf dem Handy (eine eher träge Angelegenheit) half uns nur bedingt bei der Suche nach dem Startpunkt des Wanderweges.

So, da haben wir ihn also doch noch gefunden. Etwa 10 Kilometer führt der rot-weiß markierte Wanderweg durch das idyllische Zschopautal. Die ersten sechzehnhundert Meter sind auf diesem Bild also schon geschafft. Der Wanderratgeber empfiehlt an dieser Stelle übrigens schon eine Pause im Gasthof, auf die wir dann aber verzichtet haben. Merke: Belohnung gibt es immer erst nach der Wanderung. Außerdem hatten wir selbstgemachten Kartoffelsalat mit Würstchen dabei.

Der Weg folgt die meiste Zeit dem Flußverlauf, was immer wieder Gelegenheit für phantastische Ausblicke auf das Tal mit der Zschopau bietet. Anstrengend ist hingegen das ständige auf und ab: Kaum hat man einen Aussichtspunkt verlassen geht es wieder hinunter ans Flußufer wo schon die nächste Steigung wartet. Mit dem Singen von Wanderliedern („Im Frühtau zu Berge“, „Das Wandern ist des Müllers Lust“) motivieren wir uns für die letzte Wegstrecke.

Der Zielpunkt unserer Wanderung: Burg Kriebstein im gleichnamigen Ort. Laut Eigenwerbung die „schönste Ritterburg Sachsens“ – vermutlich weil sie so gut erhalten ist. Im Burghof wurde gerade – für derlei Burgen am Wochenende so üblich – mit großem Getöse geheiratet. Im Inneren der Burg gibt es auch noch ein Museum mit allerlei altem Krempel…äh..mit wertvollen originalgetreuen und sehr interessanten Ausstellungsstücken wollte ich sagen. Aber bei dem schönen Wetter sind wir lieber ins einzige Eiscafé von Kriebstein gegangen. Zurück empfiehlt sich der Bus der Linie 642, der etwa alle zwei Stunden direkt zurück nach Chemnitz fährt. Der Bus verkehrt auch nur am Wochenende und braucht etwa anderthalb Stunden bis zum Omnibusbahnhof der Erzgebirgsmetropole (unterwegs wird in zahlreichen Dörfern Halt gemacht). Fazit: 1. Wanderung an der Zschopau sehr schön, 2. Schokoshake im Kriebsteiner Eiskaffee besser als Bananenshake, 3. Abends fährt man im Bus 642 ziemlich alleine.

Die Kapitalisierung von Marx

Das bekannteste Wahrzeichen der Stadt Chemnitz ist immer noch zweifellos der Karl-Marx-Kopf an der Kreuzung Brückenstraße/Straße der Nationen. Weder das alte Rathaus noch der Rote Turm haben dem Nischel – wie die sieben Meter hohe Bronzebüste von den Einheimischen liebevoll genannt wird – bislang den Rang ablaufen können. Anfang Juni 2008 tat sich an dem eher trostlosen Skatertreff plötzlich etwas: Bauarbeiter verkleideten das Marx-Monument mit weißen Planen. Doch nicht etwa um dem alten Vordenker des Kommunismus mit Bürste und Waschschaum zu Leibe zu rücken und ihn blitzblank herauszuputzen. Nein, hinter dem Baugerüst wurde das Temporary Museum of Modern Marx (TMoMM) neu eröffnet. Im Inneren führen Metalltreppen um den Kopf herum und man kann dem Philosophen direkt in die Augen schauen. Außerdem gibt es ein Bücherregal mit dem Kapital und einen Kopfhörer mit dem Kapital-Hörbuch.

Alles in allem recht wenig für 2 Euro Eintritt. Wenn man böswillig ist könnte man sagen, dass aus dem Allgemeingut Marx-Kopf, welchen man normalerweise kostenlos anschauen kann, ganz schön Kapital geschlagen wird. Und Karl Marx selbst würde sich vermutlich im Grabe umdrehen, wenn er wüsste wie er hier mit aufgeblasenen Begründungen kapitalisiert wird. Wer will, dass sich die Stadtbewohner mehr mit Werk und Wirkung auseinandersetzen sollte auch ausreichend Material dafür liefern.

Lustiger Fehler bei Media Markt

Heute ist wieder einer dieser trüben Regentage in Chemnitz. Der Himmel ist genauso grau wie der Plattenbau gegenüber. Was macht man an solchen Tagen? Richtig, man blättert sich durch all die Werbematerialien die sich in der letzten Woche angesammelt haben. Im Media Markt-Prospekt bin ich dann auf ein ganz heißes Angebot gestoßen: Computer mit Quadcore, Geforce-Grafik, vier Gigabyte Arbeitsspeicher und sage und schreibe 750 Megabyte (!!) Festplatte. Gigantisch! Ich bin ja auch der Überzeugung dass die meisten modernen Rechner viel zu stark motorisiert sind – aber ob Media Markt es da nicht etwas zu gut gemeint hat? 750 MB reichen ja nur für etwa 180 MP3s oder 300 Fotos, soviel verschiesst mancher ja an einem feuchtfröhlichen Partyabend! Fazit: Ich kaufe mir erstmal keinen neuen Rechner. Lieber noch ein bisschen warten, im nächsten Jahr gibts bestimmt schon einen mit doppelt so großer Festplatte. Ich bin doch nicht blöd!